Dienstag, 27. Januar 2015

Das Pony und ich

Heute möchte ich euch mal eine persönliche Geschichte erzählen. Ich mag es ja auch immer sehr, von anderen Bloggern Geschichten aus dem Leben zu lesen. Aber Achtung, das wird ein längerer Monolog!

Aus gegebenem Anlass und weil ich gerade so traurig bin, erzähle ich euch nun die Geschichte von dem Pony und mir.

Vor etwa zehn Jahren bin ich mit meine Tochter zu einem neuen Reitverein gewechselt. Sie hat dort gerade begonnen zu reiten und ich bin zu diesem Zeitpunkt vielleicht seit zwei oder drei Jahren wieder geritten. Ich muss dazu sagen, dass ich ein sehr ängstlicher Reiter bin, da ich in meiner Jugend einmal sehr heftig gestürzt bin.

Wir kamen also auf den Hof und mir wurden, meinem Erwachsenenalter entsprechend immr die Großpferde zugeteilt. Aber schon in meiner ersten Reitstunde habe ich ein geschecktes Pony gesehen, das ich unbedingt mal reiten wollte. Ich dachte allerdings immer, dass Erwachsene eben die großen reiten müssen. Zwei Jahre lang habe ich mich nicht getraut zu fragen und immer nur heimlich von der kleinen geschwärmt. Dann waren aber mal die großen alle krank oder vergeben und ich wurde gefragt, ob ich nicht zur Not auch mal ein Pony nehmen würde. Ihr könnt euch vorstellen, wie gerne ich die Frage bejaht habe.

Das Pony hatte es allerding faustdick hinter den Ohren. Sie sieht ja wirklich so lieb aus, kann aber auch ganz schön loslegen. Die Kinder hat sie regelmäßig abgeworfen einfach aus purer Lebensfreude. Ich gebe ja zu, dass auch ich am Anfang manchmal verzweifelt die Bremse gesucht habe aber irgendwie hatte ich bei ihr keine Angst denn sie war nie bösartig oder hat gebuckelt, sie ist halt manchmal einfach ein bisschen übermütig gewesen und hat jede Gelegenheit genutz, sich zu "erschrecken". Immerhin durfte ich sie von da an regelmäßig reiten und wir haben gemeinsam Fortschritte gemacht.

Leider hatte sie immer wieder Porbleme mit den Sehnen und Arthrose, so dass sie oft lange lahm lief. Dies führte dann auch dazu, dass mir der damalige Reitlehrer sagte, wenn ich sie nicht kaufen würde, würde sie in den nächsten Wochen zum Metzger kommen. Ich habe dann verzweifelt versucht, einen Platz für sie zu bekommen, denn ein eigenes Pferde konnten und können wir uns nicht leisten. Aber in einer Großstadt ist das nicht einfach und irgendjemand muss ja auch Tierarzt und sonstiges bezahlen. Glücklicherweise musste dann der Reitlehrer vor ihr gehen und sie hat sich nach und nach wieder erholt.

Ich habe dann eine Reitbeteiligung auf ihr bekommen um zumindest ein bisschen die Kosten zu decken und bin lange mit ihr spazieren gegangen oder Schritt geritten. Sie hat sich dadurch so gut erholt, dass sie weitere drei Jahre im Schulbetieb laufen konnte mit nur gelgentlichen kurzen Ausfällen. Letzten Herbst ist es dann aber so schlimm geworden, dass sie manchmal einfach mit den Vorderbeinen eingeknickt und gestürzt ist. Das ist natürlich in einem Reitbetrieb zu gefährlich. Ich bin sie dann zwar noch einige Zeit im Schritt geritten aber auch das wurde mir dann vom Verein untersagt und meine Reitbeteiligung gekündigt.

Leider hat die Geschichte kein gutes Ende, denn es hat sich auch jetzt niemand gefunden, der ihr den wirklich wohl verdienten Lebensabend auf einer Koppel finanziert hätte. Letzte Woche habe ich sie das letzte Mal gesehen, von da stammt auch das untere Foto in der Collage. Sie war noch vollkommen fit, hatte eben nur manchmal Schmerzen in den Beinen.

Wenn ich dann darüber nachdenke, dass auch ich Arthrose und Schmerzen beim Gehen habe, bin ich doch wirklich froh, kein Schulpferd zu sein.

Jedenfalls hatte ich mit meiner kleinen Maus einige wunderschöne Reiterlebnisse, die ich nicht missen möchte. Ob ich weiter reiten werde steht in den Sternen, im Moment möchte ich nicht, es gibt kein Pferd, das sie ersetzen kann.

Kommentare:

  1. Ach, das tut einem im Herzen weh... Ich kenne das Problem mit unseren beiden Hundeseniorinnen, da haben wir in den letzten Monaten einiges durch: OP, Akupunktur, Physio... Irgendwie ist man das doch einem Tier schuldig.
    Nur dran verdienen und wenn es dann alt ist. ab damit zum Metzger? Ich glaube, mir wäre wie Dir auch erst mal die Lust am Reiten vergangen....
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Das ist ja wirklich schrecklich traurig.
    Ich weiß gar nicht wa sich sagen soll, außer wie schön es ist, dass ihr euch gefunden hattet.
    Herzliche Grüße
    Jutta

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  3. irgendwie ist das ganz schön traurig, trotzdem, es soll ein guter Tag für dich werden, Klaus

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  4. das ist wirklich eine sehr traurige geschichte und ganz, ganz schade, dass es keinen gnadenhof für sie gegeben hat. wie gut aber, dass du so schöne erinnerungen hast.
    ganz liebe grüße, mano

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  5. Oh Mann, das ist wirklich traurig ...

    Alles Liebe,
    Sonja

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  6. ach man, ist das traurig. und irgendwie gemein. kaum ist das tier nicht mehr rentabel, muss es weg. aber es ist schön, dass du noch so eine gute zeit mit dem pony hattest. so sind doch zumindest jede menge erinnerungen da.
    alles liebe
    die frau s.

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