Mittwoch, 2. Juli 2014

Short Storys - Entschleunigung

ENTSCHLEUNIGUNG - wieder ein wunderbares Thema des Monats bei Bines und Andreas shortstory Sammlung.

Bei mir setzt die Entschleunigung immer sofort ein sobald ich die Grenze nach Frankreich überschritten, bzw. überfahren habe. Man merkt das lustigerweise sogar schon auf der französischen Autobahn, wo das Fahren viel entspannter ist. Man fährt so ganz gemütlich mit seinen 130 km/h, betrachtet die Landschaft und freut sich über jeden km, der weniger zu fahren ist. Nicht wie auf deutschen Autobahnen, wo permanent die Spur gewechselt, ständig gedrängelt und gerast wird.

Dort angekommen ist die Entschleunigung dann perfekt. Ich stehe meist gar nicht viel später auf als zu Hause aber ich setze mich zuerst mal mit einer Tasse Tee auf das Fenstersims und schaue in die Natur. Sehe wie sich der Nebel lichtet und wie die Vögel fröhlich um die Häuser schwirren. Die restliche Familie schläft noch und alles ist so friedlich und still. Diese Momente liebe ich sehr und sie entspannen mich sofort.
Auch der Tagesablauf ist dann immer sehr entspannt, da wir ja keinen "Besichtigungsstress" mehr haben. Man lebt so in den Tag hinein und kommt zur Ruhe. Leider funktioniert die Entschleunigung nicht, wenn es darum geht, wie schnell die Zeit verfliegt. Die Zeit im Paradies geht jedes mal viel zu schnell vorbei und ich frage mich immer wo die Zeit wieder geblieben ist.
Das frage ich mich aber auch ganz allgemein immer häufiger. Aber ich glaube, das geht allen so, dass sich das Zeitempfinden mit den Jahren ändert und die Zeit immer schneller verfliegt je älter man wird. Warum auch immer das so ist...

Gerade deshalb denke ich, dass es wichtig ist, sich zwischendurch ganz bewusst ZEIT zu nehmen und auch einmal NICHTS zu tun auch wenn wir die Zeit dadurch nicht verlangsamen können. Bewusst genießen, kurz innehalten und auf "Pause" drücken ist meiner Meinung nach die beste Möglichkeit, den oft hektischen Alltag gut durchzustehen und nicht komplett verrückt zu werden. Denn meist braucht man dazu gar nicht so viel Zeit wie man denkt und schafft die anstehenden Aufgaben trotzdem, wenn nicht sogar besser. Nur das schlechte Gewissen, das wir oft dabei haben, sollten wir abschalten, denn das ist kontraproduktiv.

 

Kommentare:

  1. Deine Worte in jedermanns Ohr. Die Zeit kann man an so vielen Stellen genießen, Ich mache das tatsächlich oft bewusst.
    Die Autobahnen in Frankreich sind klasse. Ich durfte ja letztes Jahr dort ein wenig entspannen!
    Liebe Grüße, Cora

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  2. Wie schön Du die Entschleunigung in Frankreich beschreibst, den Moment für Dich, bevor die Familie aufwacht... ich würde gern, kann das aber leider nicht so gut, das "Pause" machen und inne halten, entspanne eben beim Kochen, Garten arbeiten...
    Liebe Grüße,
    Kebo

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  3. Mit den Autobahnen gebe ich dir sofort recht (auch wenn ich sehr oft genervt bin, wenn ich nicht schneller fahren kann), aber es ist einfach entspannter. Und auch beim Rest kann ich dir nur zustimmen. Sollte man viel öfters tun, sich Zeit nehmen. Schön, dass du so ein nettes Entspannungsfleckchen in Frankreich gefunden hast.
    Schöne Grüße
    Jutta

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  4. Du hast so Recht! So ein Stückchen Frankreich sollte man sich einpacken und ganz regelmäßig vor sich ausbreiten, um für eine Weile wieder ganz darin einzutauchen....
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. Sehr schöner Beitrag von Dir. Mir geht's ähnlich, wenn ich gen Norden fahre. In Dänemark wird noch ganz schön aggressiv gefahren, aber kaum in Schweden angekommen, wird's ruhiger. Auch wenn es dort vor zwanzig Jahren noch wesentlich freundlicher und ruhiger auf den Straßen zuging. ;) Das mit der schneller verfliegenden Zeit mit ansteigenden Lebensjahren habe ich mir mal so erklären lassen: Da eine Woche im Verhältnis zu meinetwegen 40 Lebensjahren ein anderes ist, als es bei einem 7jährigen, ist eine Woche für Dich ein Klacks, weil Du schon etliche Wochen auf dem Buckel hast. Für einen 7jährigen ist's dagegen eine halbe Ewigkeit.
    Liebe Grüße und hab einen schönen sonnigen Tag. :)

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  6. Oh dein Blog ist so toll... Normalerweise bin ich nur stiller Leser aber hier.... :-)
    Ich bin über deinen Kommentar bei Fräulein Ordnung hierher gekommen...

    Wie ich dich um euer Ferienhäuschen beneide. Ich war noch nie in der Normandie- aber nach deinen tollenBildern müssen wir das wohl mal ändern ... Vielleicht in den Herbstferien? Magst du mir ein paar Geheimtips verraten? Oder wo man schön wohnen kann? Wir sind 4 Personen ( oder wenn meine Freundin samt Familie mitkommen würde 8) ... Ich würde mich auf jeden Fall über Tips freuen... (Gerne auch per Mail: Schmitteinander20001@hotmail.de)

    Liebe neidvolle Grüsse
    Mareike

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  7. Sorry, deine Mail kam leider nicht an… ich hab oben bei 2001 eine 0 zuviel reingehauen… :-(

    Richtige Email-Adresse wäre Schmitteinander2001@hotmail.de

    Würdest Du sie mir noch mal schicken????

    Danke danke danke danke……
    LG Mareike :-)

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  8. Entschleunigung... jaja. Zwischenzeitlich so wichtig! Schön wenn man so wie Du einfach nur nach Frankreich düsen muss, um das Leben langsamer zu genießen : )

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  9. Ach, wie schön wäre es, wenn es so einfach wäre, sich die bewusste Zeit einfach zu nehmen. Und ja, tatsächlich ist es einfach, man muss es nur tun! Das wird nun zu meinem Mantra:-)

    LG Heike

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  10. wie gut du das beschrieben hast! ich denke, man muss sich immer wieder bewusst machen, wie wichtig entschleunigung für einen selbst ist. dieses ewige "schneller, weiter, höher, besser, billiger" geht mir mit den jahren zusehends auf die nerven und so lasse ich es z.b. im garten wachsen und entspanne mich beim dabei-zusehen!
    herzliche grüße von mano

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  11. "Das schlechte Gewissen abschalten" beim Entschleunigen - da stimme ich Dir voll und ganz zu! Vielleicht klappt das irgendwann dauerhaft. :-)

    Liebe Grüße
    Nicole

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  12. Schön... einfach nur schön... Dein Frankreich ist mein Rügen... aber auch im Alltag immer wieder "Pause" zu drücken... (so wie jetzt beim Lesen dieser wundervollen Short Stories") - das ist einfach: entschleunigt!

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